Miniatur Bullterrier - Geschichte der Rasse


Der Bullterrier und die so genannte Taschenausgabe der Miniatur Bullterrier,haben ihren Ursprung in England und wurden durch den genialen Züchter und Tierhändler Mr. James Hinks aus Birmingham im Jahre 1860 geschaffen und im laufe der Jahre auf einen modernen Stand gebracht. Der Bullterrier Club wurde 1887 gegründet,der Standard der Rasse wurde 1888 festgelegt und die erste Ausstellung,die auch für Miniatur Bullterrier ausgeschrieben war,fand bereits am 25. Mai 1863 auf der Great International Dog Show in England statt. Der Miniatur Bullterrier ist heute eine eigenständige,anerkannte Hunderasse und entgegen der landläufigen Meinung kein verkleinertes Anhängsel des Bullterrier. Er wurde geschichtlich gesehen,parallel zum ´Gladiator unter den Hunden´dem Bullterrier in England gezüchtet,sollte jedoch in allen seinen Teilen eine maßstabsgerechte Verkleinerung seines großen Vetters sein. Beim Gewicht gab es abgesehen von weiteren Ausnahmen,erhebliche Unterschiede von ca. 4-16 kg,von denen die leichtgewichtigen Repräsentanten im allgemeinen mit einem wenig perfekten Apfelkopf und die größeren Exemplare mit einem langen,keilförmigen,richtig geformten Schädel ausgestattet waren. Einige extreme Ausnahmen besaß die erfolgreiche Ausstellerin von Hunden Lady Ewart. Denn in ihrem Besitz befanden sich unter anderen zwei außergewöhnlich kleine,glotzäugige ,weiße Exemplare wie Tiny Mite und Twinkle little Star,mit einem Gewicht von weit unter 4,5kg. Der Aussteller Raymond T. Wilson besaß in jenen Tagen die Hündin Pony Queen, die ausgewachsen nicht schwerer als 1,36 kg gewesen sein soll. Diese kleinen selbsbewußten Miniaturausgaben standen über viele Jahrzehnte im Schatten des großen ´Weißen Kavalier´dem Bullterrier, aber seit einigen Jahren feiert dieser freundliche,liebevolle,schneidige,vierbeinige Lebensgefährte seinen Siegeszug durch die ganze Welt. Bei der Schaffung des Bullterrier durch den Züchter von Puss,Madman,Tartar und anderen berühmten Bullterriern in dieser Zeit,durch Mr. James Hinks aus Brum,wurden bereits in den Anfängen der Zucht klare Unterschiede bei den Größen des Bullterrier und des Miniatur Bullterrier hervorgehoben. Bei der Entstehung des modernen Bullterrier,ist eine Kreuzung aus dem zähen,grantigen Old English Bulldog und dem schneidigen English White Terrier als Terrierausgangsrasse und zur weiteren Formung der Rasse,unter anderem womöglich der Dalmatiner,der Greyhound und Manchaster Terrier anzusehen. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts waren im Ursprungsland der Rasse England leichtgewichtige Exemplare sehr beliebt. Der Miniatur Bullterrier blickt daher auf eine lange Tradition zurück,die dann sogar bis in die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts zurück verfolgt werden kann. Diese kleinen,wendigen,arbeitsfähigen Miniatur Bullterrier wurden gerne als Raubzeugjäger und Rattenfänger oder auch auf offiziellen Tierhetzen, die im Jahre 1832 in England verboten wurden eingesetzt. Man sucht sich dann ein anderes Betätigungsfeld und fand diese beim Dog-Fight oder auch in der Rat-Pit,denn die Begeisterung der Engländer für Veranstaltungen dieser Art war noch lang nicht zu Ende. Das Arbeitsgebiet dieser tapferen Miniatures war in der Pit aber weniger der Dog-Fight, sondern vielmehr das Rat-Catching. Es soll in der Rat-Pit laut überlieferten Dokumenten aus dem letzten Jahrhundert,zu fast unglaublichen physischen Hochleistungen in der Rat-Pit gekommen sein. So hat zum Beispiel der Miniatur Bullterrier Jacko am 1.Mai 1862 mit einem Eigengewicht von nur 6 kg,innerhalb von nur 5 Minuten und 28 Sekunden 100 große,kräftige Ratten tot gebissen. Ein herber Rückschlag für die Rasse Miniatur Bullterrier war das reduzieren des Gewichtslimits auf 3,6 kg durch den Englischen Kennel Club. Denn mit einer derartigen Gewichtsbegrenzung,mußte dann eigentlich strikt gegen den angestrebten Bullterrier Standard gezüchtet werden. Der Englische Kennel Club konzentrierte sein Interesse anscheinend nun darauf, diesen kleinen,robusten,tapferen Begleiter als Gesellschaftshund für ältere Ladys und degenerierten Modeartikel verkommen zu lassen. Auf Grund dieser Reglementierung gaben viele Züchter die Rasse auf,da diese extreme Einschränkung dem Zuchtziel,der Erfüllung des Rassestandards mehr als nur entgegen stand. Mit dem Verlust der Popularität, verschwand leider auch dieser amysante,selbstbewußte Zwerg vorerst als Rasse in der Öffentlichkeit. Eine Ausnahme waren wenige treue Anhänger,welche die kämpferische Qualität der Rasse in erster Linie weiter für jagdliche Aufgaben,oder auch zur Kreuzung mit anderen Terriern nutzten. Im Jahre 1918 wurde das Zuchtbuchregister für den Miniatur Bullterrier durch den Englischen Kennel Club geschlossen,da keine Welpen mehr angemeldet wurden. Im Jahre 1939 wurde jedoch glücklicher Weise durch Colonel Glyn (Kennel Welterweight) dem Englischen Kennel Club der neu festgelegte Standard für die Miniatures mit der Ergänzung der Schulterhöhe von 35,6 cm,einem maximalen Gewicht von 9 kg unterbreitet und der Miniatur Bullterrier Club gegründet. Die neuen Hunde stammen überwiegend aus den Resten der alten Zwergrasse,die seit 1918 nicht mehr zuchbuchmäßig erfasst wurden und kleineren Exemplaren des Bullterriers. Eine unverbindliche Formulierung von entscheidender Bedeutung,gab es dann bei der bis heute festgelegten Widerristhöhe und dem Wegfall des Gewichtslimits im Original Standard der Rasse. Die bis dahin gültige Standardformulierung des Englischen Kennel Club wurde von muß auf sollte 35,5 cm nicht überschreiten korigiert. In den 70er Jahren gelang es durch Interbreeding nicht nur den Genpol zu erweitern,sondern auch beachtliche Verbesserungen in der Anatomie zu erreichen. Die Argumentation des Englischen Kennel Club eine der Geiseln der Rasse, die als genetisch,rezessive Störung bekannte Augenkrankheit der Primären Linsen Luxation (PLL) durch Interbreeding zu bekämpfen,konnte zwangsläufig durch diese Maßnahme nicht sicher gestellt werden. Im Jahre 1971 kamen die ersten drei Miniatur Bullterrier aus den englischen Zuchtstätten ´Kireon´und´Zedbees´nach Deutschland und der erste Wurf in unserem Land,ist einige Zeit später im Zwinger´von der Ockermühle´gefallen. Die Rasse hat in Deutschland viele neue Anhänger gefunden und wurde auf Importlinien aufgebaut,die beste englische Blutführungen repräsentieren. Aus deutscher Zucht stammen seit vielen Jahren Spitzenexemplare,die den Vergleich mit englischen Hunden und Vertretern auf der ganzen Welt standhalten. Der Bullterrier und der Miniatur Bullterrier teilten bisher mit Ausnahme der Größen den gleichen Rassestandard,ab dem 01.Januar 2012 wird in der Federation Cynologique International (FCI),jedoch auch der Miniatur Bullterrier mit seinem eigenen Standard und eigener Standardnummer (359) geführt. Wer Interesse an einem eigenwilligen,liebenswereten,selbstbewußten Energiebündel hat,von dem ein ganz besonderer Charme ausgeht,aber durch seine Dickköpfigkeit seine Besitzer auch stark fordern kann,der sollte sich für einen Miniatur Bullterrier entscheiden. Wir hoffen die Mephisto´s aus Lindenberg bei Berlin konnten Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt des Miniatur Bullterrier verschaffen.

 



 


Quellennachweis und Literaturempfehlung

Der Miniatur Bullterrier - Dr. Dieter Flaig
Das große Bullterrier Buch - Dr. Dieter Flaig
Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundes - Ludwig Beckmann
Die Deutschen Hunde - Richard Strebel
American Pit Bull Terrier - Richard F. Stratton


   
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